Tuesday, August 18, 2026
Wenn die Mauer fällt

Eric Aplyn — CEO, Allthings Technologies AG
Über künstliche Intelligenz in der Immobilienverwaltung wird derzeit viel gesprochen. Die eigentliche Frage stellt dabei kaum jemand: Ist Ihre Software überhaupt bereit dafür? Die unbequeme Antwort lautet: bei den meisten nicht.
Der Alltag hinter den Kulissen
In den meisten Bewirtschaftungsunternehmen laufen heute ein ERP, ein Ticketing-System, eine Telefonanlage, ein Dokumentenmanagementsystem und meist noch ein halbes Dutzend Speziallösungen parallel. Jedes System für sich funktioniert gut. Nur weiss kaum eines, was das andere gerade tut. Die Folge: Mitarbeitende springen den ganzen Tag zwischen Systemen hin und her, tragen Informationen von Hand von A nach B und merken sich vieles einfach selbst, weil es sonst niemand tut. Das ist kein Einzelfall, sondern der Alltag.
Das eigentliche Problem
Der Grund dafür ist selten fehlender Wille, sondern fehlender Zugriff. Die Daten, die es bräuchte, existieren längst – häufig im ERP, manchmal im Dokumentenmanagement, im E-Mail-Postfach oder in Spezialsystemen. Leider mangelt es an der Kommunikation zwischen den Systemen, weil die Schnittstelle fehlt oder absichtlich geschlossen gehalten wird. Nach unserer Erfahrung bleiben so im Schnitt 75 % der operativen Daten einer Verwaltung ungenutzt liegen, weil niemand technisch an sie herankommt. Das aber verhindert, dass KI oder andere Automatisierungsmassnahmen in der Immobilienverwaltung tatsächlich etwas verändern können.
Warum das kein Software-Problem ist
Die einzige Lösung ist, dass Systeme und Anbieter bereit sind, ihre Schnittstellen tatsächlich zu öffnen – nicht als Ausnahme für einen Partner, sondern als Standard. Das kann keine Bewirtschaftung allein durchsetzen, und ehrlich gesagt auch kein einzelner Softwareanbieter.
Wir zeigen im Folgenden zwei Beispiele, was passiert, wenn diese Mauern fallen – und mit wem wir gerade daran arbeiten, sie einzureissen.
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