Tuesday, August 18, 2026

Eine Vorher-Nachher-Geschichte

Vorwort

Es gibt ein paar Arten, etwas zu erzählen, die besonders leicht zu verstehen sind. Beispielsweise Listen. Es mag ein uralter Trick sein, sich am Morgen die Aufgaben des Tages zusammenzustellen und die dann nacheinander abzuhaken. Ich weiss, das mag etwas spiessig sein, aber einen Punkt als erledigt zu markieren finde ich befriedigend. Kein Wunder, dass es so viele Bücher mit Titeln wie „10 Orte, die Du gesehen haben musst“ oder „20 Tipps für ein besseres Leben“ gibt. Dazu aber ein anderes Mal. In diesem Beitrag bringe ich Euch eine Vorher-Nachher-Bilderreihe mit, ohne Reiseziel, Haarschnitt oder Diät, dafür mit Immobilienverwaltungsflair.

Die folgenden kurzen Szenen zeigen, wie aus verschlossenen Türen offene Verbindungen wurden.

#1 Wenn das Telefon klingelt

Das Verrückte ist eigentlich nicht, dass Hans für mich übernimmt, sondern dass er der bessere Telefonbeantworter ist. Aber mal ehrlich, ich bin Profi in meinem Gebiet und keine Antwortmaschine. Hans kann so viele Sprachen, ist nie krank, schläft nicht und verliert nicht mal bei Herrn Meyer die Geduld (unglaublich!). Sicher, Hans ist nicht menschlich intelligent, aber wo es einen Profi braucht, übernehme ich dann wieder.

Liebe Allthings, gestern war wieder Herr Meyer am Telefon. Zum Glück nimmt jetzt Hans alle Telefonate ab

#2 Der Gang zum Briefkasten

Ich meine, der Postbote liefert die Post ja auch nur an einer Stelle ab – wieso mussten sich meine Systeme bisher weigern, das Gleiche zu tun? Ich habe das mal in meinem Kollegenkreis diskutiert. Andy meinte, er schreibe sich von Hand eine Aufgabe zu jedem System, damit er jeden Tag diese Aufgabe wieder abhaken kann: ERP-Pendenzen abarbeiten, Mails erledigen, Post bearbeiten, Flatfox-Pendenzen bearbeiten, Mieteranliegen beantworten und Aufträge erstellen. Das ist echt nervtötend. Ich habe nur einen Briefkasten zuhause und nun habe ich endlich auch nur eine Aufgabenliste im Geschäft.

Liebe Allthings, der Briefkasten ist toll, sogar GaraioREM schreibt mir nun regelmässig

#3 Der Notizzettel

Ich sage jetzt seit 10 Jahren, dass ich älter werde. Es stimmt auch. Aber das Problem liegt nicht nur bei mir. Keiner kann sich dies alles merken. Neu assistiert mir meine künstliche Kollegin, aber wohin soll sie schreiben? Ich finde, man muss einfach mal einen Ort festlegen, wo die Informationen festgehalten werden. Bei uns steht nun alles auf Tickets, kleinen digitalen Notizzetteln, die sich aktuell halten, ihren Status anpassen, Kontext zusammenfassen und auch noch alle Beteiligten auf dem Laufenden halten.

Liebe Allthings, ich fühle mich um 10 Jahre jünger. Alle Fragen des Eigentümers konnte ich ohne Nachdenken beantworten

#4 Der Auftrag

Früher war der Auftrag wie ein geschlossener Vorhang. Ja, da gab es eine Bühne, auf der etwas gespielt wurde, aber ich wusste nicht, was. Heute ist der Vorhang offen und ich kann jederzeit herausfinden, wie weit die Geschichte schon gediehen ist. Vom Auftrag über die Offerte bis hin zum Schlussakt – der Rechnung – sehe ich jetzt alles, weil die Systeme dahinter nicht mehr isoliert nebeneinander stehen, sondern verbunden sind.

Liebe Yarowa, der Vorhang ist offen – und die Vorstellung läuft endlich nach Plan.

#5 Die Rechnung

Ich habe eine gute Beziehung zu den meisten Handwerkern. Aber viele von ihnen sind einfach nicht so organisiert. Also musste ich entweder jede Rechnung vor der Freigabe mit der Lupe prüfen oder den Ärger des Eigentümers aushalten, wenn mal wieder eine Anschrift falsch war. Schon wieder etwas, das eine smarte Maschine besser kann als ich. Aber mir soll's recht sein. Diese Aufgabe muss ich nicht mal mehr abhaken. Sie ist komplett von meiner Aufgabenliste verschwunden.

Liebe Yarowa, meine Lupe darf jetzt in Rente gehen – Euer Stempel macht den Job.

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